Der Anfang I

Schon seit meine Schwester sich für ein Jahr in Amerika beworben hat (das ist ziemlich lange her, ich glaube 2005 hat sie damit angefangen), schlummert in mir der Wunsch auch mal mehrere Monate im Ausland zu verbringen. Allerdings war ich lange Zeit zu faul, mich irgendwo zu bewerben oder auch nur mal vernünftig zu informieren. Die Schulzeit ging vorbei ohne Auslandsjahr, nach dem Abi kein FSJ, stattdessen direkt an die Uni…

Hier an der Uni taucht an jeder Ecke das Thema Internationalität auf: Es hängen Plakate an den Wänden, man sieht die Beschilderung zum International Office (IO) und nicht zu vergessen: Man hört die verschiedensten Sprachen in der Uni-Halle. Die ersten drei Semester habe ich mir gewünscht jemand käme auf mich zu und würde sagen: „Hey, Jojo, ich find dich total toll und glaub du wärst total geeignet mal ’n Jahr nach Südamerika zu fahren. Hast du Lust?“ Ich hätte dann „Ja, klar!“ gesagt und wäre drei Wochen später nach Argentinien oder Kolumbien geflogen. Klar, so würde es niemals in der Realität ablaufen, aber schön wäre das schon gewesen 😉

Stattdessen bin ich kurz vor Ende meines dritten Semesters zufällig am IO vorbei gelaufen und hab einen Aushang an der Tür gesehen: „Zur Teilnahme am ersten Informationsgespräch zum Thema Auslandsaufenthalt am 24.1.2012 bitte in die Liste eintragen!“ Ein solches Treffen findet, wie ich herausgefunden habe jeden Monat statt – hätte ich das eher gewusst wäre ich vermutlich schon längst im Ausland.

Ich habe mich also direkt in die Liste eingetragen und bin wenige Tage später zu diesem Treffen gegangen. Dort haben wir Informationen zu allen möglichen Bereichen und Fragen bekommen: Welche Möglichkeiten gibt es ins Ausland zu gehen, ein Auslandssemester oder -praktikum? Bei welchen Organisationen kann ich mich für was bewerben? Was ist Erasmus? Wie komme ich in andere Kontinente als Europa? Und so weiter und so weiter… Ich habe auch erfahren, dass die Bewerbungsfrist (für Erasmus; das ist für mich das einzig wirklich in Frage kommende Programm, aufgrund der Kosten, die in Südamerika auf mich zukämen) für das akademische Jahr 2012/2013 am 31.1.2012 endet, also 6 Tage später! Wie man das bei mir so kennt, war ich nach dem Gespräch hoch motiviert und habe mich dran gemacht meinen Lebenslauf für die Bewerbung zu aktualisieren und die Programmbeauftragten (bei diesen Personen bewirbt man sich, um von ihr bei der Uni nominiert zu werden, welche für eine bestimmte Anzahl an Bewerbern das Geld von Erasmus bekommt. So hab ich das verstanden 😉 ) für meine Fakultät zu suchen um dann zu entscheiden, nach Spanien zu gehen. Und wie man das auch bei mir so kennt, habe ich sobald ich die passende Programmbeauftragte gefunden hatte, Bammel bekommen und mir immer wieder gesagt: „Morgen mach‘ ich den Rest der Bewerbung! Morgen schreib ich die Programmbeauftragte an! Ganz bestimmt“ – Ich habe das natürlich nicht getan und war ziemlich sauer auf mich selbst.

Aber das Uni-Leben ging weiter, die Semesterferien begonnen, ich war jeden Tag in einer Schule zum Praktikum. Anfang März landete dann eine Email in meinem Postfach, gerichtet an alle Studierenden der Fakultät für Erziehungswissenschaften (mein Nebenfach) mit folgendem Inhalt:

Liebe Studierende,

für das Akademische Jahr 2012/2013 sind noch Plätze an vereinzelten Partneruniversitäten für das Wintersemester 12/13 und das Sommersemester 13 frei.

Im Anhang finden Sie eine Übersicht der zu Verfügung stehenden Plätze.

Sollten Sie sich für einen Erasmus-Aufenthalt und für einen der freien Plätze interessieren, so setzen Sie sich doch bitte möglichst schnell mit dem zuständigen Erasmus-Programmbeauftragten in Verbindung, um Sie noch schnellst möglich für einen Aufenthalt nachnominieren zu können.

Bitte beachten Sie, dass bei spanischen Partneruniversitäten mindestens Sprachkenntnisse des Niveaus A2 erforderlich sind.

In der Liste im Anhang standen noch ziemlich viele Länder und Städte, also hab ich der Programmbeauftragten, die für die meisten spanischen Städte zuständig ist, eine Email geschrieben um einen Termin auszumachen.

Wie es weiterging, könnt ihr im nächsten Artikel lesen.

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Eine Antwort zu Der Anfang I

  1. Alwine Schlichtmann schreibt:

    Ja meine liebe Johanna, so kenn ich Dich! Aber siehst Du auch, wie viele Chancen Du immer wieder bekommst es dann doch noch zu tun?
    Schön wie Du schreibst, es lässt sich gut lesen! Bis bald! ❤

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